Robert Krüger

6 Tipps für Freelancer

Facebook ist in aller Munde. Und auch wenn das Netzwerk die besten Tage hinter sich hat, es ist immer noch eine Hausnummer. In diesem Blog-Text gehe ich der Frage nach, für welche Unternehmen sich das blaue Netzwerk lohnt und wie man das Beste aus einer Facebook-Präsenz herausholt. Ferner gehe ich kurz auf die Risiken ein.

Hinweis:

Dieser Text richtet sich in erster Linie an unerfahrene Facebook-Nutzer und weniger an Profis. Es soll auch kein Tutorial für die einzelnen Facebook-Funktionen sein.

Facebook. Rund 2,2 Milliarden Menschen nutzen es, davon 32 Millionen in Deutschland.

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Aktive Facebook-Nutzer weltweit

 

Doch statt neuer Rekordmeldungen macht das soziale Netzwerk in letzter Zeit vor allem mit Datenskandalen auf sich aufmerksam. Sicherlich hat Sie das auch beunruhigt.

Trotzdem sollten Sie die Macht von Facebook nicht unterschätzen. Denn dort lauert trotz aller Datenschutzprobleme ein riesiger Markt, den Sie “anzapfen” können. Auch wenn Sie aus durchaus berechtigen Gründen nicht mit einem persönlichen Profil auf dem Netzwerk vertreten sein wollen — als Unternehmer verschenken Sie wertvolles Potential. Potential in Form von Einnahmen, Kundenzufriedenheit oder Bekanntheit.

Für welche Unternehmen lohnt sich Facebook?

Eines vorweg: Nicht jedes Unternehmen braucht eine Facebook-Präsenz. Wenn Sie etwa Einzelunternehmer oder Freiberufler sind, reicht auch ein normales Facebook-Profil aus.

Tipp: Aktivieren Sie die “Abonnierenfunktion” für Ihr Profil. So können Sie Ihre Freundesliste frei von unbekannten Kontakten und Branchenkollegen halten.

Wie man die Abonnement-Funktion für sein Facebook-Profil einstellt.Einstellungen (in der Menüleiste neben dem Fragezeichen) > Öffentliche Beiträge

Auch Unternehmen, die sich an Gewerbekunden richten, sind mit einem Facebook-Auftritt eher fehl am Platz. Hier sind Twitter, Linkedin oder Xing angebrachter.

Wenn Sie davor stehen, ein Startup zu gründen, kann es sich lohnen, sich frühzeitig die Namensrechte zu sichern, auch wenn das Unternehmen noch nicht aktiv ist, denn der Kauf der Namensrechte (etwa der Facebook-URL) später kann sehr teuer werden. Auch für ein KMU lohnt sich eine Facebook-Präsenz, wenngleich das Potential für KMUs meines Erachtens nicht so groß ist wie bei Startups.

Der Vorteil einer Seite für Klein- und Mittelständische Unternehmen liegt vor allem in der Regionalität. Wie die unzähligen lokalen Seiten beweisen: Die Menschen lieben lokale Inhalte. Sie interessieren sich für das, was vor Ort passiert. Startups hingegen sind deutschlandweit aktiv. Dementsprechend ergeben sich auch unterschiedliche Zielgruppenpotentiale.

Welche Vorbereitungen sollte ich für meine Facebook-Seite treffen?

Zuerst einmal: Ohne persönliches Profil geht es leider nicht. Wenn der Datenschutz ein sehr großes Problem für Sie ist, und Sie noch nicht auf dem blauen Netzwerk vertreten sind, nutzen Sie eine Spam-E-Mail-Adresse und einen Kunstnamen. Nicht zu kreativ, aber auch nicht zu unkreativ. Das liegt daran, dass jede Seite mindestens einen Admin haben muss.

Außerdem brauchen Sie ein geeignetes Profilbild (etwa Ihr Logo), ein Coverbild (etwa eine Außenansicht Ihres Geschäfts) und eine aussagekräftige Beschreibung: Was macht Ihr Unternehmen? Welche Dienstleistungen bietet es an?

Gerade bei den Bildern sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen. Eine verwackelte Außenansicht oder persönliches Profilbild sind absolut tabu und lassen Ihr Unternehmen unprofessionell und in einem schlechten Licht erscheinen.

Zu guter Letzt sollten Sie so viele Felder wie möglich ausfüllen. Gründungsdatum, Öffnungszeiten, Kontaktinformationen — Je mehr Sie ausfüllen, desto öfter werden Sie gefunden — und je mehr Kunden könnten Ihr Lokal aufsuchen.

Wie ein gelungener Facebook-Auftritt aussehen können Sie im folgenden Bild sehen:

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Ein gelungener erster Eindruck. Man beachte auch die Bewertungen rechts unten. (Screenshot: Tee Lichtenrade)

Welchen Mehrwert bietet Facebook meinem Unternehmen?

Ziemlich viele! Neben dem eigentlichen Posten von Inhalten (Text, Fotos, Videos), ist Facebook u.a. auch:

  1. Werbeplattform

Egal ob Startup oder KMU: Facebook bietet umfangreiche Werbemöglichkeiten, die besonders bei der Bekanntheitssteigerung behilflich sind. So können Sie zum Beispiel Ihre Werbung nur bestimmten Personengruppen anzeigen lassen — und damit deutlich genauere Ergebnisse erzielen als in Briefkästen geworfene Flyer. Allerdings sind die Einstellungen sehr umfangreich, benötigen viel Einarbeitungszeit und sind mit teilweise großen Kosten verbunden. Das normale Posten von Bildern und Texten kostet aber nichts.

2. Bewertungsplattform

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Neben Google und Yelp hat sich auch Facebook als ernsthafte Bewertungsplattform etabliert. Wenn Sie ein Restaurant oder Geschäft führen sollten Sie unbedingt auf die Bewertungen achten — und notfalls auf schlechte Rezensionen eingehen. Gehen Sie aber auch auf positive Bewertungen ein! Das erhöht Kundenzufriedenheit und macht Ihr Unternehmen sympathischer.
Übrigens: Mit positiven Bewertungen können Sie auch anderswo werben und sich von Ihrer Konkurrenz abheben!

3. Hilfe-Forum

“Wie teuer ist ein Haarschnitt?”, “Ist das Gericht X vegan?”, “Haben Sie an Tag X offen?”, “Ich habe eure Dienstleistung sehr gemocht — aber könntet Ihr X machen?”
Nicht jeder hat die Zeit, Lust oder die Möglichkeit, vor Ort anzurufen. Ihre Seite kann daher ein exzellenter Ort für hilfesuchende Kunden sein — und das kostenlos und 24/7.

Natürlich hat Facebook noch weitaus mehr Funktionen, die man nutzen kann. Allerdings betrifft dies nicht jedes Unternehmen, deshalb soll es hier nicht weiter vertieft werden.

Wie gewinne ich Facebook-Fans?

Wenn Sie Google nach Facebook-Fans absuchen, werden Sie schnell auf dubiose Seiten stoßen, die Ihnen versprechen, XXXX neue Fans zu beschaffen. Ich rate Ihnen hier von ausdrücklich ab — im schlimmsten Fall wird Ihre Seite gesperrt. Stattdessen sollten Sie:

  1. Aufmerksamkeit schaffen

Zuerst müssen Sie Ihre Kundschaft auf Ihre Facebook-Seite aufmerksam machen! Seien Sie kreativ — und “vermischen” Sie Internet und “echtes Leben”!

Natürlich können Sie für viel Geld Facebook-Werbung schalten. Doch es geht auch günstiger. Sinnvolle Maßnahmen sind zum Beispiel:

  • Erwähnen Sie beim Zahlvorgang Ihre Facebook-Seite!
  • Erwähnen Sie Ihre Seite in Ihren Broschüren, auf Aufklebern, in Flyern, Schaufenstern, auf Ihren Uniformen/T-Shirts etc.
  • Integrieren Sie ein Facebook-Plugin auf Ihrer Website. Doch Achtung: Bitte beachten Sie die aktuelle datenschutzrechtliche Gesetzeslage, andernfalls drohen teure Abmahnungen! Eine Alternative wäre ein einfacher Link hinter einem Facebook-Logo, der zu Ihrer Facebook-Seite führt.
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Link zur Facebook-Seite in der Fußzeile. Kostet nichts, sieht gut und schlicht aus, und ist datenschutzrechtlich nicht zu beanstanden. (Screenshot: Website D3S Media)

Wichtig: Seien Sie konsequent! Viele Unternehmen verschenken wertvolles Potential, weil sie in den Marketing-Materialien ihre Social Media-Profile vergessen.

2. Aktionen und Gewinnspiele schalten!

Leider scheuen sich viele Kleinunternehmen, Aktionen oder Gewinnspiele zu schalten. Dabei kann man mit verhältnismäßig wenig Geld auch kleine Seiten zu größerer Bekanntheit verhelfen. 

Wichtig ist lediglich, dass Sie die Leute zum Liken Ihrer Facebook-Seite aufrufen, im besten Fall auch zum Markieren Ihres Profils.

Nehmen wir mal folgendes Beispiel an: Sie führen einen Blumenladen und der Valentinstag steht vor der Tür. Verlosen Sie einen Blumengutschein im Wert von 50 Euro! Was die Teilnehmer dafür machen müssen: Ihre Seite liken, den Beitrag sharen, Ihre(n) Liebste(n) in den Kommentaren schreiben, und Glück haben.

Tipp: Machen Sie sich auch Gedanken über die Teilnahmebedingungen, etwa wie lange die Aktion läuft, oder was passiert, wenn der Gewinner sich nicht meldet.

Doch muss es kein Gewinnspiel sein, auch Rabattaktionen, oder “Gerichte der Woche” eignen sich gut zur Vermarktung. Oder nutzen Sie die Smartphones Ihrer Kunden! Lassen Sie sich zeigen, dass Ihr Kunde auch ein Facebook-Fan ist, und gewähren Sie ihm Rabatte, Testprodukte, oder “nimm 2, zahl 1”-Aktionen. Die Welt steht Ihnen offen!

3. Regelmäßig posten!

Die ersten Wochen sind Sie noch voller Motivation, doch irgendwann kommt man in den Trott, man postet nur noch unregelmäßig und schlecht. Doch das ist tödlich, und Sie verschenken wertvolles Potential. Eine Seite, die nicht regelmäßig bespielt wird, wird vom Facebook-Algorithmus benachteiligt, wird nicht gefunden, und gerät auch bei Ihren Fans schnell in Vergessenheit.

Inhalte für die Facebook-Seite posten — aber welche?

Eines der größten Probleme von Seiten-Betreibern ist die fehlende Interaktionsrate: Wir haben vergessen, “zu liken”, stattdessen nehmen wir nur noch zur Kenntnis. Lassen Sie sich deshalb nicht von geringen Like-Zahlen oder Kommentaren entmutigen. Experimentieren Sie: Welcher Inhalt läuft wann am besten? Posten Sie mehr davon! Umgekehrt sollten Sie Finger von Inhalten lassen, die auch nach mehrmaligem Posten besonders schlecht laufen.

Tendenziell laufen Bilder besser als Videos und reine Text-Inhalte. Versuchen Sie also, Ihre Posts als Bilder zu teilen. Kostenlose, lizenzfreie Fotos finden Sie zum Beispiel auf Unsplash oder Pexels.

Konkret posten können Sie:

  • Gewinnspiele, Aktionen, Rabattaktionen
  • Mitarbeiterporträts und Stellenangebote
  • Vorher-Nachher-Bilder
  • Fotos Ihres Salons/Restaurants/Unternehmen
  • Einschränkungen im Betrieb (etwa Feiertagsschließung > Feiertagsgrüße!)
  • Fotos von Events, die Sie veranstaltet haben, oder auf denen Sie waren
  • Ratgeber/Tutorials/Erklärvideos (auch von anderen Seiten)
  • Produktvorstellungen, neue Produkte oder Dienstleistungen
  • 5-Star-Bewertungen von Kunden (als Bild)

Generell gilt: Posten Sie mehrmals die Woche, aber nicht jeden Tag. Ideal sind meiner Meinung nach zwei bis drei Posts pro Woche, allerdings ist dies für jedes Unternehmen anders.

Es ist auch keine Schande, wenn Sie Ihre Posts planen. Nehmen Sie sich etwa am Anfang jeden Monats eine Stunde Zeit und planen Sie Ihre nächsten Veröffentlichungen. Sie werden es nicht bereuen!

Was ist mit diesen Youtubern und Instagram-Stars? Kann ich nicht mit denen werben?

Diese Werbeform nennt sich Influencer Marketing und ich rate gerade kleinen Unternehmen ab. Es ist teuer, es ist überbewertet, und auch nicht nachhaltig. Zudem ist Facebook auch kein Netzwerk mehr, auf dem sich jüngere Zielgruppen aufhalten. Fallen Sie auch nicht auf das „kostenloses Marketing, wenn sie dem Influencer kostenloses Essen anbieten“ herein.

Auf der anderen Seite können Sie natürlich einen Promi, der bei Ihnen Stammkunde ist, fragen, ob Sie mit Ihm werben dürfen.

Ich habe da einen total nervigen Fan…


Jeder kennt diese Menschen. Die 5 Minuten vor Ladenschluss noch eine Bestellung aufgeben mit 100 Extrawünschen. Die mit Cent-Stücken bezahlen, während die Menschen in der Schlange warten. Die einfach nicht aufhören möchten zu nerven.

Solche Menschen gibt es leider auch Facebook. Sogenannte Kommentar-Trolle, die den Frieden stören, können Sie entweder ausblenden (so wird er den anderen nicht mehr angezeigt), oder bei schlimmeren Vergehen sogar sperren. Sprechen Sie aber vorher immer eine Warnung aus. Wichtig: Bleiben Sie stets höflich und ruhig!

Tipp: Wenn Sie jemand wirklich stört, antworten Sie mit GIFs in den Kommentaren!

 

Welche rechtlichen Dinge gibt es zu beachten?

 
  • Leider müssen auch Social Media-Seiten ein Impressum haben. Zum Glück gibt es bei Facebook die Möglichkeit, eines anzugeben.
  • Vermeiden Sie Facebook-Buttons auf Ihrer Website. Sie können Datenschutzprobleme umgehen, in dem Sie Zwei-Klick-Lösungen verwenden, bei denen Nutzer erst der Datenübermittlung an Facebook zustimmen müssen, bevor sie die Buttons verwenden können. Eine andere Lösung finden Sie oben.
  • Gesetze gelten auch auf Facebook! Verwenden Sie keine urheberrechtlich geschützten Materialien, beleidigen Sie nicht (auf der anderen Seite können Sie bei Beleidigungen oder Drohungen die Polizei einschalten — aber als letzte Maßnahme)!

Fazit: Facebook ist leicht und schwer zugleich

 

Auch wenn dieser Facebook-Guide sehr ausführlich geraten ist und an einigen Stellen zum Verzweifeln einlädt: Eine professionelle Facebook-Seite ist keine Wissenschaft: Wer sich etwas Zeit nimmt und sich in die Einstellungen reinfuchst, bekommt ein unglaublich mächtiges Tool an die Hand, das viele Vorteile bieten kann. Eine Facebook-Seite kann für viele kleine und mittelständische Unternehmen große Vorteile bringen. Freelancer oder Einzelunternehmer hingegen können bei ihren privaten Facebook-Profilen bleiben. Aber: Eine Unternehmens-Seite ist keine private Seite. Private Angelegenheiten und Befindlichkeiten haben hier nichts zu suchen!

Wenn Sie Hilfe beim Aufbau und/oder der Betreuung Ihrer Facebook-Seite benötigen können Sie sich jederzeit an mich wenden!

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Ihrer Facebook-Seite? Warum haben Sie sich dagegen entschieden? Und welche Tipps können Sie geben? Schreiben Sie es in die Kommentare!

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